Bericht der Krankenhausgesellschaft Schwyz

Die Krankenhausgesellschaft Schwyz (KHGS) kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück blicken. Mehrere Bauprojekte konnten beendet werden oder sind auf Kurs. Die Jahresrechnung schliesst mit einem höchst erfreulichen Gewinn ab. Gleichzeitig ist die Situation für die Regionalspitäler im letzten Jahr nicht einfacher geworden. Immer mehr zeichnet sich ab, dass gesundheitspolitische Entwicklungen die bewährten Strukturen in der Gesundheitsversorgung zum Nachteil der Bevölkerung gefährden können.


Ständige Erneuerung

Von 2006 bis 2013 hat die Krankenhausgesellschaft Schwyz die Infrastruktur des Spital Schwyz von Grund auf erneuert. Nach der langen Bautätigkeit ging der Vorstand der KHGS davon aus, dass es für einige Zeit zu einer baulichen Verschnaufpause kommt. Doch schon bald zeigte sich, dass sich weitere Bauvorhaben aufdrängen. 2015 wurden das neue Radiologie-Institut gebaut und die Notfallpraxis Schwyz eingerichtet. 2016 begannen der Aus- und Umbau der ambulanten Physiotherapie und der Neubau des Therapiebads. 2017 schliesslich wurde die Erneuerung und Sanierung des Privatbettenhauses und der stationären Rehabilitation in Angriff genommen. Alle diese Projekte konnten inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. Doch die Bautätigkeit geht weiter. Bereits im Herbst 2018 erfolgt der Aushub für das neue Parkhaus und das Multifunktionshaus, welches das bisherige Personalhaus ersetzen wird. Geplant ist, dass die neuen Bauvorhaben im Jahr 2021 beendet werden.

 

Strategie 2020

Im Dezember 2014 hat der Vorstand die Strategie 2020 verabschiedet. Im September 2017 haben Vorstand und Kader eine Zwischenbilanz zum Stand der Strategieumsetzung gezogen. Es zeigte sich, dass viele der strategischen Ziele bereits umgesetzt wurden oder am Laufen sind. Abgeschlossen werden konnte unter anderem die Gesamtrevision sämtlicher organisatorischer Reglemente. Handlungsbedarf sehen Vorstand und Kader bei einer weiteren Reduktion der Kosten, der Optimierung der administrativen Prozesse und bei einer Verstärkung des Marketings, um der Abwanderung von stationären Patientinnen und Patienten in ausserkantonale Spitäler entgegen zu wirken.

 

Höchst erfreuliches Rechnungsergebnis

Die Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem Gewinn von 1.49 Millionen Franken ab. Dies ist höchst erfreulich und konnte in diesem Ausmass nicht erwartet werden, da die Zahl der stationären Fälle insgesamt um 0.8 Prozent unter dem Vorjahr lag. Zugenommen haben hingegen die Anzahl der Halbprivat- und Privatversicherten und der Schweregrad der behandelten Fälle. Ebenfalls zugenommen hat die Zahl der ambulant behandelten Patienten. Zum ausgezeichneten Jahresergebnis haben auch ausserordentliche Einnahmen beigetragen wie der Verkauf des Areals der ehemaligen Gärtnerei Müller, die Auflösung von Rückstellungen für Haftpflichtfälle und für Tarifanpassungen im ambulanten Bereich. Das positive Rechnungsergebnis ist umso höher einzuschätzen, als die Krankenhausgesellschaft Schwyz in den letzten drei Jahren zusätzliche Investitionen in die Erneuerung der Infrastruktur in der Höhe von fast 20 Millionen Franken getätigt hat.

 

Risikobeurteilung

Die KHGS verfügt über ein Risikomanagement. Die systematisch erfassten, analysierten und priorisierten Risiken sowie die daraus resultierenden Massnahmen/Kontrollen werden in einer Risikomatrix zusammengefasst, welche der Vorstand jährlich neu beurteilt.

 

Regionalspitäler unter Druck

Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind in den letzten Jahren ununterbrochen gestiegen. Die Spitäler sind für rund einen Drittel der gesamten Gesundheitskosten verantwortlich und stellen damit den grössten Kostenblock im Gesundheitswesen dar. Die Politik versucht auf das Wachstum der Gesundheitskosten mit verschiedenen Massnahmen zu reagieren. Diese sind aus Sicht der Regionalspitäler oft sehr problematisch. Beispiele dafür sind die Interkantonale Vereinbarung hochspezialisierte Medizin, der Leistungsgruppenkatalog oder neue Qualitätsvorgaben. Diese Vorgaben gehen von der Vorstellung aus, dass grössere Spitäler qualitativ besser und kostengünstiger arbeiten als kleinere Spitäler. Kleinere Spitäler aber sind qualitativ keineswegs schlechter als grössere Spitäler. Die Regionalspitäler erbringen zudem ihre Leistungen kostengünstiger als grosse Zentrumsspitäler. Die genannten gesundheitspolitischen Entwicklungen können die bewährten Strukturen der Gesundheitsversorgung gefährden. Früher oder später können sie dazu führen, dass die regionalen Spitäler ihr Leistungsangebot spürbar reduzieren müssen. Statt Einsparungen wären höhere Kosten die Folge. Die Regionalspitäler tragen wesentlich zur Lebensqualität in ihrer Region bei. Das Spital in der Nähe vermittelt der Bevölkerung die Sicherheit, bei gesundheitlichen Problemen schnell und einfach Hilfe zu erhalten und sich nicht weit weg vom eigenen Wohnort behandeln lassen zu können. Es spricht deshalb alles dafür, die Rolle der Regionalspitäler zu stärken