Bericht des Spital Schwyz

Das neue Angebot der stationären Rehabilitation hat die Bevölkerung überzeugt. Innerbetrieblich wurden mit der Überarbeitung der Honorarmodelle für Beleg- wie auch für die Spitalärzte, mit der Entwicklung von sechs prägnanten Führungsgrundsätzen und einem Mobilitätskonzept neben vielen anderen Projekten einige langjährige Pendenzen abgeschlossen. Das gesundheitspolitische Umfeld wird immer komplexer, langwierige Tarifverhandlungen sind zur Normalität geworden, unvermittelte Entscheide des Bundesrates haben nachhaltige Folgen.

 

Dynamisches und erfolgreiches Jahr

Eine Überraschung im vergangenen Jahr war die grosse Akzeptanz der im März neu eröffneten stationären Rehabilitation. Die sechs Betten auf der Ebene A9 waren bereits im ersten Betriebsmonat voll ausgelastet; im Laufe des Jahres musste die Kapazität auf acht Betten erweitert werden. Die Professionalität dieses neuen Leistungsangebots in unmittelbarer Nähe überzeugte offenbar die Patienten wie auch die Operateure. Dabei war das Umfeld nicht ganz einfach. Mit der Sanierung der Privatbettenstationen gingen die Verdichtung der verbleibenden Bettenstationen und in der Folge die Aufteilung von langjährigen Pflegeteams einher - nicht zu unterschätzende Stressfaktoren. Parallel dazu wurde der Um- und Neubau der Physiotherapie, der medizinischen Trainingstherapie (MTT), des Therapiegartens sowie des neuen Therapiebades vorangetrieben und Ende Jahr dem Betrieb übergeben. Einmal mehr zeigte sich, dass die Kosten mit den geltenden Tarifen weder in der obligatorischen Krankenpflege noch mit dem ambulanten Tarmed-Tarif gedeckt werden können. Lediglich bei den zusatzversicherten Patienten sind die Tarife kostendeckend und tragen damit zum positiven Jahresergebnis des Spital Schwyz bei.

 

Unablässige Weiterentwicklung

Spitalleitung und Kader haben ein Konzept zur Führungsentwicklung mit sechs einprägsamen Führungsgrundsätzen erarbeitet. Diese sollen das Führungsverständnis des Kaders stärken und in zukünftigen Kaderworkshops vertieft werden. Im Hinblick auf das neue geplante Parkhaus und die auch in Zukunft beschränkte Zahl von Parkplätzen wurde ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Erste Schritte zur Verbesserung waren attraktive Angebote zur Motivation der Mitarbeitenden, zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit zu kommen, aber auch eine Rayonbeschränkung. Eine Vielzahl von weiteren Projekten zu den Leistungsangeboten, in der IT, Infrastruktur, Bildung, für Zertifizierungen, Qualitäts- und Kostenoptimierungen hat dazu beigetragen, dass sich das Spital Schwyz ständig weiterentwickelt.

 

Schwieriges politisches Umfeld

Stichworte wie "ambulant vor stationär", der alljährliche Prämienanstieg, die wiederum gestiegenen Kosten der Spitalversorgung, die Eingriffe des Bundesrates in die komplett veraltete Tarmed-Tarifstruktur uvm. sind zentrale Herausforderungen für die Spitalführung. Für die drei Akutspitäler im Kanton Schwyz kamen zwei Beschwerden vor das Bundesverwaltungsgericht, da sich Mitte Jahr fast alle Krankenkassen gegen den vom Kt. Schwyz festgesetzten stationären Tarif 2016 gewehrt hatten. Ende Jahr sahen sich anderseits die drei Spitäler gezwungen, den nach vier Verfahrensjahren festgesetzten Tarmed-Tarif 2014 bis 2017 anzufechten.

 

Personelles

Die markanteste personelle Veränderung war die Teil-Pensionierung des langjährigen Chefarztes Chirurgie und Traumatologie, Dr. Pierre Lichtenhahn. Er übergab das Zepter sukzessive an seinen Nachfolger, Dr. Steffen W. Pfarr, blieb aber weiterhin Projektleiter zur Einführung der stationären und ambulanten Rehabilitation. Ihm sei an dieser Stelle ein grosses Dankeschön ausgesprochen, für seinen fast 30 Jahre dauernden, sprichwörtlich unermüdlichen und stets kreativen Einsatz für das Spital Schwyz. Dr. Werner Herzig wurde zum Co-Chefarzt Chirurgie befördert. Als Ärztlicher Leiter der stationären Rehabilitation konnte Dr. Dieter Michel gewonnen werden. In der Angiologie löste Dr. Martin Banyai als Beleg- und Konsiliararzt Dr. Pietro Amantea ab, und in der Hämatologie übergab Dr. Urs Gössi an die Konsiliarärztin Dr. Sabine Ruosch-Girsberger. Leider konnten weder eine Nachfolge für die ärztliche Leitung der Palliative Care Station gefunden noch die seit Jahren vakante dritte Belegarztposition in der Gynäkologie/Geburtshilfe besetzt werden.

 

Ein grosser Dank gebührt allen Mitarbeitenden, die mit ihrem Einsatz und ihrer Loyalität zu einem erfolgreichen Jahr beigetragen haben. Herzlichen Dank auch den Beleg-, Konsiliar- und zuweisenden Ärzten, dem freiwilligen Fahrdienst, der freiwilligen Sterbebegleitung, den Partnerspitälern, den externen Dienstleistern und den Mitgliedern der Krankenhausgesellschaft Schwyz. Und ein herzliches "Danke villmal" gilt auch allen Patientinnen und Patienten, die das Spital Schwyz als Behandlungsort gewählt und ihm somit ihr Vertrauen geschenkt haben.