Gynäkologie/Geburtshilfe

439 Neugeborene wurden 2017 im Spital Schwyz von ihren Müttern und Vätern willkommen geheissen. Die Sectiorate (Kaiserschnitt) konnte nochmals gesenkt werden (18.9%), so wurden mehr als vier von fünf Babys auf natürlichem Weg geboren.

 

Obwohl die Geburtshilfestation im Spital Schwyz seit geraumer Zeit ärztlich unterbesetzt ist, blieben die Geburtszahlen und die gynäkologischen Fallzahlen auf dem Niveau von 2016 bestehen. Die Sectiorate konnte entgegen dem nationalen Trend um 6% auf 18.95% gesenkt werden, was insbesondere auf die hohe Bereitschaft der zwei diensttuenden Gynäkologen und der erfahrenen Hebammen zurückzuführen ist, welche die werdenden Eltern auf ihrem Wunsch zur vaginalen Geburt intensiv begleiten und unterstützen. Zur Ruhe und Erholung der jungen Mütter wurden die neuen, kürzeren Besuchszeiten auf der Mutter/Kind-Station erfolgreich eingeführt. Nach wie vor ist das Spital Schwyz intensiv auf der Suche nach einem dritten Belegarzt.

 

Rückblick fachspezifisch

Im Weiterbildungsnetz Frauenheilkunde Zentralschweiz ist mit dem Seespital Horgen ein neuer Kooperationspartner dazu gekommen. Damit ist das Rekrutierungsgebiet hinsichtlich Assistentsärzten grösser geworden. Die Anforderungen an die Assistenzärzte sind sehr hoch, insbesondere wenn diese künftig operativ tätig sein möchten. Auch im Kontakt mit den Wöchnerinnen ist das Bezugspersonensystem - wie auf den weiteren Stationen im Spital Schwyz - erfolgreich eingeführt worden, was durch positive Rückmeldungen bezeugt wird. Der viel besuchte Informationsanlass für werdende Eltern wurde überarbeitet und den heutigen Bedürfnissen angepasst.

 

Geburtshilfe

Die ausgebuchten Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse sprechen für das Spital Schwyz und zeugen von einer guten Arbeit der kursleitenden Hebammen. Unter anderem konnten die Dammverletzungen reduziert werden, dies dank der intensiven Geburtsvorgespräche durch die Hebamme mit jeder Schwangeren. Die Sectiorate konnte entgegen dem nationalen Trend von 25.11% auf 18.95% gesenkt werden, was unter dem Schweizer Schnitt liegt. Dies ist den engagierten Hebammen zu verdanken, die mit Erfahrung und Fachkompetenz für eine intensive Betreuung rund um die Geburt sorgen. Dank den beiden Stillberaterinnen, die sich kompetent und engagiert dafür einsetzen, dass die jungen Mütter positive Stillerfahrungen erleben, konnte die Abstillrate der Wöchnerinnen gesenkt werden. Die beiden Fachfrauen setzen sich unermüdlich für ein gutes Stillerlebnis ein und unterstützen das Pflegeteam mit ihrer Fachkompetenz. Es hat sich etabliert, dass jedes Jahr einige Pflegefachleute und Hebammen den start4neo Kurs und / oder einen geburtshilflichen Simulationskurs besuchen, um stets für geburtshilfliche oder neonatologische Notfälle gerüstet zu sein. Unverzichtbar dabei sind die Zusammenarbeit mit starken Partnern und Kooperationen mit spezialisierten Institutionen.

 

Gynäkologie

Gemäss ASF Statistik (gemessen in der Gynäkologie/Geburtshilfe) hat es mit 9.16% im Kanton Schwyz doppelt so viele übergewichtige Frauen als im Schweizer Durchschnitt. Auffällig gemäss Statistik ist auch, dass viel häufiger Corpus-Curettagen und Endometriumablationen durchgeführt wurden. Auch ambulante Eingriffe sind deutlich häufiger als im Schweizer Durchschnitt erfolgt. Interpretatorisch könnte dies darauf hinweisen, dass bei Adipositas und vermehrter Östrogenisierung mehr Postmenopausenblutungen und Zyklusstörungen auftreten und dass dadurch mehr ambulante Eingriffe erfolgen. Im Schweizer Durchschnitt liegen die ambulanten Behandlungen in der Gynäkologie/Geburtshilfe bei 14,5%, im Spital Schwyz bei 22,04%.

 

Personelles

Das gesamte Hebammen- und Pflegeteam hat eine eintägige Stillfortbildung zu praxisbezogenen relevanten Stillthemen besucht. Die Zusammenarbeit mit den freipraktizierenden Hebammen und den Mütter- und Väterberaterinnen wird infolge der von den Versicherungen geforderten immer kürzeren Aufenthaltsdauer der Wöchnerinnen immer wichtiger. Mit beiden Professionen pflegt der Bereich Geburtshilfe eine kollegiale, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Mit den freipraktizierenden Hebammen wird eine Zusammenarbeit in einem Beleghebammensystem geprüft. Nach den mit Bravour bestandenen Prüfungen hat die Stationsärztin Dr. Johanna Rasthofer erfolgreich den Facharzttitel Gynäkologie/Geburtshilfe FMH erworben. Leider hat sie das Spital Schwyz verlassen. Innerhalb des Netzwerkes Frauenheilkunde Zentralschweiz konnte neu die Assistenzärztin Dr. Roswitha Hausdorf rekrutiert werden. Sie wurde bestens ins Team integriert und wird ihre fachliche Weiterbildung vor allem im operativen Bereich intensivieren. Sie ist bereits ausgebildete Fachärztin Gynäkologie/Geburtshilfe und wird voraussichtlich zwei Jahre das Team im Fachbereich Gynäkologie/Geburtshilfe verstärken. Aufgrund von Engpässen während Ferienabwesenheiten der beiden Belegärzte konnte Prof. Dr. Kleine für einen Wocheneinsatz gewonnen werden. Auch im kommenden Jahr wird das Team auf seine Unterstützung zählen dürfen, bis die Anstellung eines dritten Gynäkologen definitiv erfolgt ist.

 

Ausblick

Ein langfristiges Ziel ist die Integration eines dritten diensttuenden Belegarztes Gynäkologie/Geburtshilfe, der auch operativ tätig sein und im Spital Schwyz insbesondere bei gynäkologischen Notfällen und Geburten Dienst leisten kann. Im Gesundheitszentrum Rigi soll ab 2018 eine Hebammensprechstunde erfolgen. Ein entsprechendes Kooperations-Konzept ist erstellt und das Projekt ist aktuell in der Pilotphase. Die Bildungsangebote (Kurse)soll mit einem Säuglingskurs für Paare als Vorbereitung auf ihre neue Rolle als Eltern erweitert werden.