Gynäkologie/Geburtshilfe

Die Geburtenzahlen im Spital Schwyz haben im vergangenen Jahr um 47 auf 486 Geburten zugenommen. 9% aller Babys wurden im Wasser geboren. Das Ärzteteam wurde durch eine neue Belegärztin in Frauenheilkunde ergänzt.

 

Nachdem das Ärzteteam lange Zeit unterbesetzt war, konnte im Herbst die offene Stelle als gynäkologisch-geburtshilfliche Belegärztin mit Dr. Johanna Stör besetzt werden. Die Vorgaben ambulant vor stationär wurden bereits gegen Ende 2018 ohne Einbusse beim hohen Qualitätsanspruch umgesetzt.

 

Rückblick fachspezifisch

Auch im vergangenen Jahr erforderte die fehlende Planbarkeit der Anzahl gynäkologisch-geburtshilflicher Patientinnen eine grosse Flexibilität der Ärzte-, Hebammen- und Pflegeteams. Um die grosse Fachkompetenz auf der Geburtshilfestation stets zu gewährleisten, haben alle Fachpersonen regelmässige obligatorische Fortbildungen besucht, u.a. in der geburtshilflichen Notfallsimulation oder in der Neugeborenen-Reanimation.

 

Geburtshilfe

Die Hebammen tragen massgeblich zu einem guten Verlauf einer Geburt bei. Sie pflegen einen überaus achtsamen und motivierenden Umgang mit den gebärenden Frauen. Mit ihrem Fachwissen und grossem Einfühlungsvermögen sorgen sie dafür, dass es Mutter und Kind gut geht und deren Sicherheit stets an erster Stelle steht. Die ärztlichen Geburtshelfer/innen und die Hebammen versuchen, dem vielfachen Wunsch der werdenden Mütter nach einer "natürlichen" Geburt, wenn immer möglich, gerecht zu werden und sie dabei zu unterstützen. Das zeigt sich unter anderem an der Zunahme der Wassergeburten, die mit 9% aller Geburten höher sind als in den vergangenen Jahren. Die Episiotomien konnten um 4% reduziert und die Damm-intakt-Geburten um 2.5% erhöht werden. Diese erfreuliche Entwicklung wird auf die intensiven Geburtsvorgespräche mit Instruktion der Dammvorbereitung zurückgeführt, die mit jeder Schwangeren ab der 35. Schwangerschaftswoche geführt werden. Die Kooperation zwischen dem Gesundheitszentrum Rigi und einer Hebamme aus dem Spital Schwyz musste aus verschiedenen Gründen aufgelöst werden, was ausserordentlich bedauert wird.

 

Neonatologie

Neugeborene Kinder werden im Spital Schwyz im Gebärsaal oder auf der Wochenbettstation an 365 Tagen im Jahr von den Fachärzten und -ärztinnen für Kinder medizinisch versorgt und zusammen mit ihren Eltern begleitet. In Notfällen ist ein Kinderarzt an 24 Stunden pro Tag innert kürzester Zeit abrufbar. 2018 wurden 22 Neugeborene wegen einer schweren Anpassungsstörung nach der Geburt oder wegen im weiteren Verlauf auftretenden medizinischen Problemen, wie zum Beispiel einer schweren Infektion, in ein Kinderspital verlegt. Die meisten Kinder konnten wohnortsnah auf der Neonatologie im Kinderspital Luzern, mit denen das Spital Schwyz stets in einem engen Austausch ist, aufgenommen werden. Erfreulicherweise mussten trotz Zunahme der Geburten 2018 weniger Kinder verlegt werden als im Vorjahr (2017: 21, 2018: 22). Neugeborene, die sich rasch erholen, kehren ins Spital Schwyz zurück und werden dort zusammen mit ihren Eltern auf der Wochenbettstation durch die Kinderärzte und -ärztinnen betreut.

 

Gynäkologie

Die abdominalen Hysterektomien nehmen zugunsten der vaginalen sowie der laparoskopischen Hysterektomien stetig ab. Letztere sind gegenüber dem Schweizer Durchschnitt etwa zweieinhalbfach so häufig. Bei den Belastungsinkontinenzoperationen mittels Bandeinlage hat eine deutliche Reduktion stattgefunden. Dies kann möglicherweise darauf zurückzuführen sein, dass die ausgebaute Urologie im Spital Schwyz auch von Frauen aus dem urogynäkologischen Bereich in Anspruch genommen wird. Nachdem die Deszensusoperationen in den letzten Jahren im Vergleich zum CH-Niveau stetig gestiegen waren, haben diese sich 2018 auf einem gleichwertigen Niveau stabilisiert. Die Zunahme der Konisationen kann zufällig erfolgt sein. Es ist auch möglich, dass sich die Bevölkerung nicht konsequent gegen HPV impfen lässt und dass die HPV-Infektionsrate dadurch höher ist als in anderen Regionen.

 

Personelles

Die Rekrutierung von geeigneten Assistenzärztinnen und -ärzten in Regionalspitäler ist sehr schwierig, da der Markt ausgetrocknet scheint. Die Zentrumsspitäler haben aufgrund ihrer Grösse weniger Schwierigkeiten mit der Rekrutierung. Die Suche nach geeigneten Assistenzärztinnen und -ärzten erstreckt sich über den gesamten deutschsprachigen Raum. Im Dezember konnte mit Dr. Johanna Stör die offene Stelle als Belegärztin besetzt werden, so dass sich nun zwei Gynäkologinnen und ein Gynäkologe die Dienste teilen. Die Pädiaterin Dr. Ameneh Seidel ist als pädiatrische Konsiliarärztin ausgeschieden. Gabriela Chiappini hat die Stv. Gesamtleitung Gynäkologie an Nadine Müller übergeben.

 

Ausblick

Für die hebammengeleitete Geburtshilfe im Spital Schwyz wird ein Konzept erarbeitet. In einer Pilotphase wird ab 2019 die Geburtshilfe mit einer Beleghebamme erweitert. In Zukunft soll ein vorgeburtlicher Säuglingskurs für werdende Eltern angeboten werden. Um flexibel auf die schwankenden Patientenzahlen zu reagieren, müssen Prozesse und Abläufe im pflegerischen und ärztlichen Bereich optimiert werden. Es ist den Fachpersonen ein Anliegen, die Öffentlichkeit im Bereich der HPV-Impfung zu sensibilisieren.