Bericht der Krankenhausgesellschaft Schwyz

Das grösste und wichtigste Thema für den Vorstand der Krankenhausgesellschaft Schwyz im Jahr 2016 war die Immobilienstrategie. Sie zeigt auf, wie die Infrastruktur langfristig weiterentwickelt werden kann. Die Erneuerung der Räumlichkeiten für die ambulante Physiotherapie und der Bau eines neuen Therapiebades kommen gut voran. Als neues medizinisches Angebot bietet das Spital Schwyz eine Station für die stationäre Rehabilitation an, mit vorerst sechs bis acht Zimmern.

 

Der Blick reicht bis ins Jahr 2057

Der Zustand des Personalhauses aus dem Jahr 1970 ist so schlecht, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Die Parkiersituation ist seit langem unbefriedigend. Und das Privatbettenhaus genügt den heutigen Anforderungen der zusatzversicherten Patientinnen und Patienten nicht mehr. Die Immobilienstrategie zeigt auf, wie diese drei baulichen Probleme in den nächsten Jahren gelöst werden können. Bis im Jahr 2020 sollen das Privatbettenhaus saniert und erneuert, das Personalhaus abgerissen und durch ein Multifunktionshaus ersetzt und ein unterirdisches Parkhaus gebaut werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 36 Millionen Franken. Gleichzeitig stellt die Strategie sicher, dass die Neubauten die künftige Weiterentwicklung der Liegenschaft nicht behindern. Schon heute steht fest, dass nach 2035 das Haus A mit dem gesamten Behandlungstrakt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Der Blick der Immobilienstrategie reicht deshalb bis ins Jahr 2057.

 

Ambulante und stationäre Rehabilitation

Ein grosser Teil der Patienten im Spital Schwyz sind ältere Menschen. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist in den kommenden Jahren mit einem starken Anstieg an betagten Personen zu rechnen, die auf Behandlung und Pflege angewiesen sind. Zur Genesung der Patienten leistet die Physiotherapie einen wichtigen Beitrag. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat der Vorstand der Krankenhausgesellschaft Schwyz schon vor einem Jahr einen Neubau für die Physiotherapie inklusive neuem Therapiebad beschlossen, die Fertigstellung ist auf Ende 2017 geplant. Damit sich Patienten nach einem Eingriff im Spital Schwyz auch stationär weiterbehandeln lassen können und nicht in eine andere Klinik verlegt werden müssen, wurde im März 2017 die Station für stationäre Rehabilitation mit vorerst sechs bis acht Zimmern eröffnet. Im Endausbau sind 15 bis 18 Zimmer geplant.

 

Ausgeglichene Rechnung

Dank einer starken Zunahme der stationären Behandlungen und mehr zusatzversicherten Patienten schloss die Rechnung 2015 mit einem Gewinn von 1.1 Millionen Franken ab. Im Jahr 2016 musste dagegen ein Rückgang der stationären Behandlungen von 5.4 % verkraftet werden. Dieser Rückgang ist vor allem auf den krankheitsbedingten Ausfall mehrerer Belegärzte zurück zu führen. Der Ertrag ging deshalb gegenüber dem Vorjahr um 3 Millionen Franken auf 77.2 Millionen Franken zurück. Dank tieferen Personalkosten und einer Reduktion beim Sachaufwand schliesst die Jahresrechnung 2016 erfreulicherweise dennoch mit einem kleinen Gewinn von 18'247 Franken ab.

 

Wichtige Rolle der Regionalspitäler

Im Jahr 2012 trat die neue Spitalfinanzierung in Kraft. Die Patienten können seither zwischen den Spitälern, die sich auf der kantonalen Spitalliste befinden, frei wählen. Pro Patient und Behandlungsfall werden die Spitäler mit einer Fallpauschale entschädigt. Aus der Fallpauschale müssen auch die Aus- und Erneuerungsbauten finanziert werden. Im Unterschied zu umliegenden Kantonen setzt der Kanton Schwyz die neue Spitalfinanzierung sehr strikt um. Während beispielsweise der Kanton Uri den Neubau des Kantonsspitals in der Höhe von 115 Millionen mit einem Baukredit vorfinanziert, müssen die Spitäler im Kanton Schwyz für sämtliche Investitionen selber aufkommen. Sie erhalten, abgesehen von der Kostenbeteiligung für Aus- und Weiterbildung von Pflegefachpersonal und Ärzten und der Unterstützung von Projekten (z.B. Palliative Care), auch keine gemeinwirtschaftlichen Leistungen. Die Investitionen stellen für die Krankenhausgesellschaft Schwyz als Trägerin des Spital Schwyz einen Kraftakt dar. Dank den umfassenden Erneuerungsbauten in den Jahren 2006 bis 2013 ist die Infrastruktur des Spital Schwyz grösstenteils zeitgemäss, und die Krankenhausgesellschaft Schwyz kann die neuen Bauvorhaben finanzieren. Längerfristig aber stellt die neue Spitalfinanzierung die Existenz der Regionalspitäler in Frage. Diese spielen für eine Region eine grosse Rolle. Sie vermitteln der Bevölkerung nicht nur die Sicherheit, sich bei gesundheitlichen Problemen schnell und in der Nähe des eigenen Wohnorts behandeln lassen zu können. Die Regionalspitäler sind auch bedeutende Arbeitgeber und sie haben eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung.