Bericht des Spital Schwyz

Seit vielen Jahren setzt das Spital Schwyz rund CHF 700'000 oder CHF 1'200 pro Mitarbeitenden für Weiterbildungen (einschliesslich Lohnkosten) ein. Ein zusätzlicher Aufenthaltsraum, ein Stillzimmer oder Beiträge für die familienexterne Kinderbetreuung sind Zeichen für das gelebte Motto " In guten Händen" und werden von den Mitarbeitenden sehr geschätzt. Auch 2016 standen 58 Ausbildungsplätze (plus 30 Plätze für Unterassistenten und Assistenzärzten) zur Verfügung.

 

Attraktiver Arbeitgeber

Die Personalsituation im Spital Schwyz war im Berichtsjahr stabil. Die Fluktuationsrate liegt deutlich unter der schweizweiten Rate im Gesundheitswesen. Die beiden Ärzte Dr. Steffen W. Pfarr (Chirurgie) und Dr. Sabine Wittum (Anästhesie) wurden als Leitende Ärzte ins Kader aufgenommen. Bei mehreren Pflegestationen hat die Führungszusammensetzung mit Stationsleitung und Stellvertretung oder Co-Stationsleitung geändert. Mit Barbara Liebrich hat die Apotheke eine neue fachliche Leitung, dies in einer Kooperation mit dem Kantonsspital Zug. Im Bereich Ökonomie konnten die länger unbesetzten Stellen des Leiters IT mit Pascal Holzmann und des Leiters TBS mit Philipp Schilter besetzt werden, dadurch haben die beiden Teams zu neuer Stabilität gefunden. Mit dem Ausscheiden von Judith Bieri musste gegen Ende 2016 mit Katrin Förster eine neue Leitung Ökonomie rekrutiert werden; sie musste sogleich Verantwortung für das aktuelle Sanierungsprojekt Haus B übernehmen. Die Leiterin Ausbildung Pflege Silvia Ofner wurde nach 19 Jahren Tätigkeit für das Spital Schwyz in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, ihre Nachfolgerin Margrit Bürgler übernahm die Funktion ab 1. August. Im Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe wurde die Suche nach einem weiteren diensttuenden Gynäkologen intensiviert. Das Spital Schwyz konnte mit Dr. Helge Burmeister (vormals Tell-Klinik AG), Dr. Jörg Frischknecht und Dr. Waldemar Komorek neue Belegarzt-Verträge abschliessen. Erschüttert mussten wir im Laufe des Jahres akzeptieren, dass Dr. Lukas Eberle unfallbedingt nie mehr im Spital Schwyz tätig sein wird.

 

Projekte

Die sehr erfolgreiche Zertifizierung der Palliative Care Station sowie die Aufbauarbeiten für die ambulante und die stationäre Rehabilitation waren erfolgreiche, fachübergreifende Projekte mit Wirkung nach aussen. Weitere öffentliche Nachweise des Engagements für die Patienten sind die weiteren Zertifizierungen resp. Re-Zertifizierungen (Intensivbehandlungsstation, Netzwerk Brustzentrum, TraumaNetzwerk Zentralschweiz, Pulmonale Rehabilitation, Weiterbildungsstätte Kat. A Innere Medizin; Kat. B2 Chirurgie, Kat ACUI Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Kat. V3 Viszeralchirurgie), welche alle mit einer kritischen Überprüfung der Prozesse und Regelungen einhergehen und die Verantwortlichen zu ständigen Verbesserungen anhalten.

 

Bau bedeutet nicht nur Beton, Stahl und Glas

Strukturen und ein Fundament braucht es nicht nur für physische Räume und Gebäude. Auch die Informationstechnologie muss auf einer stabilen Grundlage stehen und in ihrem Aufbau eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen. Die komplett überarbeitete ICT-Strategie wurde 2016 von der Spitalleitung verabschiedet. Die Umsetzung wird sich über die nächsten 3-5 Jahre erstrecken und sehr viel Geld kosten. Schwerpunkte sind u.a. Datensicherheit, Datenschutz; Zugriffsmanagement, mobiles Arbeiten, laufende Erneuerung der Infrastruktur und Technologie; Vorarbeiten für die eHealth-Tauglichkeit. Das elektronische Krankeninformationssystem wird seit 2004 kontinuierlich auf- und ausgebaut und bildet das "zentrale Nervensystem" unserer Patientenprozesse.

 

Visitenkarten

Die Eröffnung des neu gebauten Radiologieinstituts mit optimalen Abläufen in hellen, freundlichen Räumen war das erste Highlight im Jahr. Die enge Kooperation unter dem gemeinsamen Dach brachte die beiden Institutionen einander nochmals ein Stück näher. Mit den Zertifizierungen bewies das Spital Schwyz mehrfach, dass die verschiedenen Fachteams externen Überprüfungen Stand halten und den hohen Messlatten gewachsen sind. Die alljährlichen schweizweiten Qualitätsmessungen durch die ANQ zeigen eine seit Messbeginn ununterbrochen erreichte, überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit. Auch die Infektionsraten liegen im nationalen Vergleich auf tiefen Niveau. Die in der Presse sehr präsente Thematik der Händehygiene wird jährlich durch Hygienefachpersonen in einer Vielzahl von Beobachtungen ermittelt und zeigt sehr gute Ergebnisse.

 

Ohne Geld läuft gar nichts

5.4% weniger stationäre Fälle und 1% mehr Erträge ambulant führten zu einer Ertragseinbusse von knapp 3.2 Mio. Die bereits im Vorjahr eingeschlagenen Schritte zur Kostenreduktion wurden gezielt weitergeführt. Die Festsetzung des Regierungsrates betreffend des kantonsweit geltenden Tarifs 2015 für Leistungen der Obligatorischen Krankenpflege (OKP) bedeutete ein Tiefschlag. Allein im Spital Schwyz löste der Entscheid Rückzahlungen an den Kanton und die Versicherungen im Umfang von 0.4 Mio. aus. Die fundierte Herleitung und Begründung des Entscheids bietet allerdings eine zuversichtlich stimmende Grundlage für die fortlaufenden tarifarischen Auseinandersetzungen 2016 und 2017. Zwar hält sich der Kanton Schwyz seit 2012 mit sogenannten Gemeinwirtschaftlichen Leistungen (z.B. für den 24-Stundenbetrieb von Notfallaufnahme, Intensivpflegestation und Gebärsälen), im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, sehr zurück. Dafür hat er jetzt die Möglichkeit, ab 2016 realistische und sorgfältig begründete Tarife festzusetzen. Mit den seit 2014 andauernden Tarifverfahren geht eine grosse finanzielle Planungsunsicherheit einher.

 

Aussichten

Die Sanierung der Privatbettenstationen im Haus B wird das Jahr 2017 prägen. Während des Umbaus sind anspruchsvolle logistische und personelle Massnahmen nötig, damit alle Patienten in gleichbleibender Qualität und mit dem gewohnten Komfort versorgt werden können. Gleichzeitig laufen die Planungsarbeiten für das Parkhaus und das Multifunktionshaus (Personalzimmer und Büros) auf Hochtouren. Parallel dazu müssen Übergangslösungen für die Parkierung gefunden werden. Die stationäre Rehabilitationsstation, die Physiotherapie, das MTT und das neue Therapiebad werden in Betrieb genommen. Und last but not least wird mit Dr. Pierre Lichtenhahn ein "Urgestein" des Spital Schwyz Teilzeit-Pension gehen. Dank Unseren Mitarbeitenden, allen Konsiliar- und Belegärztinnen, den Zuweisern gilt unser herzlicher Dank für ihren unermüdlichen Einsatz. Wir bedanken uns auch bei allen Kooperationspartnern, eingemieteten Dienstleistern und last but not least bei unseren Patientinnen und Patienten. Auch ihnen ganz speziell gilt unser herzlicher Dank.