Gynäkologie/Geburtshilfe

447 Babys haben 2016 auf der Mutter/Kind-Station das Licht der Welt erblickt. Wie bereits die letzten beiden Jahre ist die Anzahl der geborenen Jungen leicht höher als diejenige der Mädchen. Entgegen dem nationalen Trend verzeichnete die Geburtshilfestation im Spital Schwyz 2016 leicht weniger Geburten. Insgesamt kamen 217 Mädchen und 225 Knaben zur Welt. Die Sectiorate (Kaiserschnitt) war auch im Berichtsjahr im Spital Schwyz mit 25.11% wesentlich tiefer als im nationalen Durchschnitt (31.63%).

 

Da bereits in früheren Jahren seitens Patientinnen, Pflegepersonal sowie Ärzteschaft die heissen Sommermonate ohne adäquate Kühlung auf der Ebene 10 beanstandet wurde, wurde in einigen Räumen eine Lüftungsanlage installiert, was zu grosser Zufriedenheit führte. Auch das Ausrüsten aller Fenster der Patientenzimmer mit Fliegengittern hat zur Qualität der Geburtshilfestation beigetragen.

 

Organisatorisches

Die Digitalisierung der Krankengeschichten wurde auch im Jahre 2016 weitergeführt. Die in der Bereichsleitung bereits beschlossene digitale Erfassung der ASF Statistik musste aber aus Mangel an personellen Ressourcen und wegen zu aufwendiger Umsetzung eingestellt werden. Diverse Richtlinien wurden im Jahre 2016 überarbeitet und den heutigen Standards angepasst.

 

Geburtshilfe

Gemäss ASF-Statistik ist die Anzahl der Frauen, die im Spital Schwyz ihr viertes oder fünftes Kind gebären, im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt doppelt so hoch. Interessanterweise ist auch die Plazenta praevia fast fünfmal häufiger als im gesamten Schweizer Durchschnitt. Blutverluste während der Geburt resp. nach einem Kaiserschnitt liegen im Spital Schwyz ebenfalls weit unter dem Schweizer Durchschnitt, dies dank einem genau definierten Handlungsablauf bei Blutungen. Des weiteren sind Extrauteringraviditäten im Vergleich zum nationalen Benchmark zweieinhalbfach häufiger und in Prozent am häufigsten, was sich nicht erklären lässt.

 

Gynäkologie

Wie bereits in allen vorhergehenden Jahren ist die Gebärmutterentfernung im Spital Schwyz relativ häufig. Erfreulicherweise hat aber der minimalinvasive Eingriff (laparoskopische Hysterektomie) einen hohen Stellenwert. Des Weiteren ist auch die vaginale Hysterektomie deutlich vermehrt. Bei Überprüfung der Diagnosen ist auffällig, dass im Raume Schwyz vor allem ein Totalprolaps, sprich Gebärmuttersenkung III. Grades, eindeutig häufiger, ja sogar bis zu dreimal häufiger als im gesamtschweizerischen Durchschnitt anzutreffen ist. Ebenfalls häufiger sind diagnostische Curettagen aufgrund von Korpuspolypen oder Blutungsstörungen. Wenn man die Adipositasrate von den operierten Patientinnen am Spital Schwyz mit dem Schweizer Durchschnitt vergleicht, dann sind die Schwyzerinnen bis zu einem Drittel häufiger über einem BMI von 30 als der Schweizer Durchschnitt. Daraus lässt vermuten, dass durch die vermehrte Östrogenisierung vermehrt Blutungsstörungen, Korpuspolypen und dadurch auch Endometriumkarzinome, Adenomyosis uteri sowie deren Operationen, wie zum Beispiel Endometriumablation oder Gebärmutterentfernung folgen. Multiparität ist ein weiterer Grund, weswegen Senkungen, insbesondere auch Inkontinenzen, auftreten können. Bezüglich Schlingenoperationen war das Jahr 2016 mit knapp 8 % deutlich höher. All diese Zahlen bestätigen den Trend, welchen wir über Jahre im Spital Schwyz beobachten im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt.

 

Personelles

Das hohe Tätigkeitsvolumen im Bereich Gynäkologie-Geburtshilfe hat sich nach wie vor auf nur zwei Ärzte (Dr. Regula Weber und FA Simon Baggenstos) verteilt. Die Belegärzte Dr. Katrin Weichold und Prof. Dr. Harald Meden sind operativ im Spital Schwyz tätig, können sich aber aus familiären und organisatorischen Gründen nur minimal an einer Dienstabdeckung beteiligen. Die Suche eines weiteren Gynäkologen hat einen qualifizierten Interessenten ergeben, wobei Gespräche und Planung der Anstellung im 2017 weiter verfolgt wird.

 

Projekte

Bezüglich der Digitalisierung der Krankengeschichte ist im Bereich der Information nach aussen eine Optimierung geplant. Insbesondere die Austrittsberichte in der Geburtshilfe und der Pädiatrie sollen standardisiert und professionalisiert werden. Die im Spital Schwyz schon seit längerem übliche Bezugspersonenpflege soll ab 2017 auf die Station Gynäkologie-Geburtshilfe angepasst und eingeführt werden.

 

Ausblick

Die Verpflichtung eines dritten Gynäkologen, der im Bereich der Dienstabdeckung mitarbeitet, wird prioritäres Ziel sein, um die zwei bestehenden Fachärzte zu entlasten. Ebenfalls erhofft man sich dadurch eine Angebotserweiterung und eine Steigerung der Geburtenzahlen sowie der operative Eingriffe. Weitere Angebotserweiterungen wie z.B. ein Familienzimmer während des Wochenbettes wird weiter verfolgt. Im Pflege- und Hebammenteam wird es infolge Mutterschaften, Pensumsreduktionen sowie Pensionierungen einige Rotationen geben. Es wird eine grosse Herausforderung sein, die offenen Hebammenstellen neu zu besetzen. Die aus Kostengründen gestoppte Digitalisierung des CTG's bleibt als zukünftiges Projekt bestehen, um Doppelspurigkeiten im Sekretariat zu vermeiden und die Papierflut zu reduzieren. Die Zusammenarbeit einer Spitalhebamme mit den Gynäkologen vom Gesundheitszentrum Rigi wird diskutiert und 2017 gestartet. Der Tagesablauf wird von stationären Wöchnerinnen oft als stresserzeugend, fremdbestimmt und mit wenig Zeit zur Ruhe empfunden. Aufgrund dieser Rückmeldungen werden die Besuchszeiten ab 2017 den Bedürfnissen der Frauen angepasst und reduziert.