So wenig Eingriff wie nötig
Seit 2025 werden am Spital Schwyz ausgewählte handchirurgische Eingriffe ausserhalb des Operationssaals durchgeführt. Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten? Handchirurg Dr. med. univ. Armin Pallaver gibt Einblick. Das Beispiel zeigt: Moderne Medizin kann gleichzeitig persönlich, sicher und effizient sein ‒ mit einem klaren Mehrwert für Patientinnen und Patienten.
Interview mit Dr. med. univ. Armin Pallaver
Was ist neu an den ambulanten handchirurgischen Eingriffen im Spital Schwyz?
Wir führen bestimmte ambulante Routineeingriffe neu im speziell eingerichteten Interventionsraum durch – und nicht mehr im zentralen Operationssaal. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das eine Behandlung in einem auf ambulante Eingriffe abgestimmten Umfeld – mit persönlicher Betreuung und einer schnellen Rückkehr in den Alltag. Mit dem Patienten legen wir in der Sprechstunde den Operationstermin fest. Untersuchung, Eingriff und Nachsorge greifen somit nahtlos ineinander.
Was erleben Patientinnen und Patienten am Behandlungstag konkret?
Die Behandlung ist unkompliziert organisiert und die Patientinnen und Patienten wissen im Vorfeld genau, was sie erwartet. Sie kommen am Tag des Eingriffs in die Tagesklinik, erhalten vor Ort die Lokalanästhesie und werden anschliessend in den Interventionsraum begleitet. Sie müssen nicht nüchtern sein und können in ihrer Alltagskleidung bleiben – das nimmt vielen die Anspannung. Nach dem Eingriff erhalten sie alle Unterlagen und können das Spital selbstständig wieder verlassen.
Viele Menschen haben Respekt vor einer Operation. Wie verändert dieses Vorgehen das Erleben?
Die Eingriffe erfolgen in Lokalanästhesie. Das ist nur ein kleiner Stich – danach sind die Patientinnen und Patienten schmerzfrei. Sie bleiben während der Operation wach und können ihre Finger bewegen. Das erlaubt uns, die Funktion direkt zu überprüfen. Gleichzeitig bleiben wir im Gespräch. Diese persönliche Begleitung nimmt vielen die Angst. Wichtig ist mir aber: Es bleibt eine Operation, die wir sorgfältig planen und begleiten.
Geht bei ambulanten Eingriffen Effizienz zulasten der Qualität?
Ganz klar: nein. Unsere Qualitäts- und Hygienestandards sind identisch – unabhängig davon, ob ein Eingriff im Operationssaal oder im Interventionsraum stattfindet. Der Unterschied liegt im passenden Einsatz der Ressourcen. Für kleinere Eingriffe braucht es nicht die gesamte Infrastruktur eines grossen OPs. So können wir mehr Patientinnen und Patienten behandeln und Wartezeiten verkürzen – bei gleichbleibend hoher medizinischer Qualität.








